Der große Neujahrsirrtum

28. Januar 2026

Warum Neujahrsvorsätze deiner Beziehung oft nicht helfen – und was stattdessen wirklich zählt

Neujahrsvorsätze klingen nach Aufbruch – und landen oft im Frust. In diesem Blog erfährst du, warum echte Veränderung in Beziehungen anders beginnt: mit ehrlichem Bewusstsein, kleinen Ritualen und echter Verbundenheit. Für ein Jahr, das wirklich zählt.

Es ist Ende Jänner und die ersten gut gemeinten Neujahrsvorsätze sterben bereits vor sich hin. Nicht bei mir, denn ich hatte heuer keine. Obwohl ich einige Jahre tolle, belebende und erfüllende Vorsätze feierte – dieses Jahr fühle ich es nicht. Was nicht bedeutet, dass ich keine Ziele hab. Natürlich ist der Jahreswechsel eine wunderbare Gelegenheit, mit neuen Gewohnheiten, Gedanken und Grundhaltungen durchzustarten. Doch jeder andere Tag ist dazu mindestens genau so geeignet.

Warum Neujahrsvorsätze so häufig scheitern

Das Problem ist: die meisten Vorsätze basieren auf Mangel und Schuld. Wenn wir uns Dinge vornehmen, dann weil wir die Idee haben, da sollte etwas anders sein – oft sehr am Außen orientiert. Das hat manchmal recht wenig mit unseren echten Bedürfnissen zu tun. Ein Beispiel: ich nehme mir als Paar vor, einmal im Monat ein spektakuläres Date zu veranstalten, weil das auf Instagram udn Co immer so romantisch aussieht. Eigentlich bin ich aber der Typ „kuschelt sich lieber zuhause ein“ oder eine nette Waldrunde mit dir gibt mir mehr – dann wird‘s schwierig. Wir sollten uns eher an unseren ehrlichen Bedürfnissen orientieren, statt aus Schuldgefühlen oder Optimeirungsdrang heraus zu handeln.

Was noch problematisch ist: das limbische System liebt Gewohnheiten. Es soll am besten alles so bleiben, wie es immer war – das kostet die wenigste Energie. Jede kleine Veränderung kann also inneren Widerstand erzeugen. Dagegen aufstehen kostet uns oft so viel Energie und Nerven, dass wir‘s bald bleiben lassen.

Besonders im Hinblick auf Beziehungen sei noch gesagt: ein Vorsatz allein (und von einer Person) ändert nicht das gesamte System. Du kannst deinen Teil zum Gelingen beitragen, bist aber nicht allein dafür verantwortlich, dass es gut wird. Zu einer Partnerschaft gehören nämlich mindestens zwei. Eine bewusste Entscheidung, wieder mehr für das eigene Glück, die Zufriedenheit und die Harmonie zu tun, ist trotzdem ein guter Anfang.

Ob mir das gelingt? Ganz ehrlich – auch nicht immer. Auch hier sind verschiedenste schöne Pläne schon in Schubladen versumpert, attraktive Vorhaben nie umgesetzt worden und gemeinsam angestrebte Ziele nicht erreicht. Doch auf welchen drei Säulen meiner Erfahrung nach echte Veränderung in Beziehungen passieren kann, möchte ich hier festhalten

Die 3 Säulen für echte Veränderung in Beziehungen

1. Bewusstsein

Die Voraussetzung, etwas anders machen zu wollen, ist die Erkenntnis, dass etwas für mich nicht mehr stimmig ist oder ich mir etwas anderes wünsche. Was wir seit Jahren rund um Neujahr zelebrieren (oft direkt nach dem Neujahrswalzer um Mitternacht) ist, uns zu fragen: „Was möchten wir in diesem Jahr miteinander erleben? Worauf freuen wir uns?“ Das lenkt die Gedanken gleich in eine positive Richtung und schafft eine verbindende Energie. Wir reden über gesundheitliche, berufliche, sportliche Ziele – viele Paare reden aber selten über Beziehungsziele. Dabei könnten wir damit so schön die Segel setzen. 

2. Mikro-Routinen

Ich bewundere manche Paare wirklich für ihre Kreativität beim Daten. Jeden Monat ein anderer kreativer Einfall, teils mit viel Aufwand verbundene Aktivitäten oder romantisch verbrachte Paarzeit. Wenn es nicht nur für die Show auf sozialen Medien gemacht wird, kann ein besonderes Date eine unglaublich verbindende, positive und beglückende Sache sein. 

Wenn du merkst: dafür ist in unserer Lebensphase aber kaum Zeit und Raum, uns fehlen die Ressourcen und wir möchten dennoch in uns inviestieren, dann helfen dir vielleicht folgende kleinen Routinen udn Rituale:

  • Tägliche 5-Minuten-Frage: „Was hat dich heute berührt?“
  • Sonntagabend-Check-in: „Was war diese Woche gut zwischen uns?
  • 20 Sekunden Umarmung (in der Früh / am Abend)
  • Ein 6-Sekunden Kuss (reicht, um Oxytoxin Ausschüttung anzukurbeln – das Liebeshormon)
  • Eine ehrliche Wertschätzung geben, etwas Konkretes, das ich heute beobachtet hab
  • Initiative: „Was kann ich dir heute abnehmen, um dich zu entlasten?“
  • eine Mini-Aufmerksamkeit verschenken (Post-it Zettel mit Botschaft, deine Lieblingsschokolade oder die Sportzeitschrift, die du gern hast)

3. Verbundenheit

Es tut mir beinah weh, das zu schreiben, aber: Disney und Hollywood tun uns keinen Gefallen mit den Liebesgeschichten, die sie erzählen. Wir haben sehr verklärte und – noch schlimmer – unausgesprochene Visionen und Träume davon, wie Beziehungen und Liebe aussehen sollten. Wenig davon hält der Realität stand.

Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Viel mehr ist es ein TUN-Wort. Beziehungsglück fällt nicht im günstigen Schicksalsmoment auf uns herab – viel mehr ist es ein tägliches Ja zueinander, ein Annehmen, ein Mild-sein miteinander. Dauerhafte Verbundenheit und Zufriedenheit ist kein Zufall, sondern die Entscheidung immer wieder und immer weiter aneinander, miteinander und füreinander zu wachsen. Oft so weit außerhalb unserer Komfortzonen, dass es richtig unbequem wird. 

Beziehungsarbeit als Jahresreise – nicht als Sprint

Traditionell ist der Jänner – nach Weihnachten und Jahreswechsel – beraterische Hochsaison. Viele Paare, wo es schon nicht mehr so gut läuft, retten sich irgendwie über die Feiertage und fassen dann mit dem Glockenschlag der Pummerin den Entschluss: so kann‘s nicht weiter gehen. 

Als psychologische Beraterin möchte ich sagen: Beziehung ist wie ein Garten. Er braucht das ganze Jahr über Pflege, es gibt winterliche Phasen wo alles brach liegt und unter einer dicken Eisdecke verschollen scheint bevor es wieder zum Aufblühen kommt. Jahreszeiten in Beziehungen sind völlig natürlich – niemand erlebt dauerhaften Liebes-Hochsommer. (Das würden wir auch gar nicht aushalten.)

Doch von schönen Plänen, guten Vorsätzen und tollen Ideen entsteht noch kein Garten. Es braucht das Pflanzen von Samen, unser Gießen und Vertrauen, dass es Zeit braucht, bis wir die Früchte ernten können. Wir dürfen die Hände in den Dreck stecken und uns anstrengen, dann freuen wir uns auch deutlich mehr über das, was wächst und wir irgendwann ernten dürfen.

Und manchmach darf auch etwas sterben. Nicht jede Entwicklung ist mit jedem Menschen möglich. Manchmal wurde zu lang auf das Pflegen vergessen – da kommt jede gute Gießkanne zu spät. Das ist natürlich meist traurig und ernüchternd, schmerzt und erschüttert oft das gesamte Umfeld – doch besser etwas Fauliges in den Kompost geben und zu etwas Gutem verwandeln lassen, als alles umliegende auch noch damit zu zerstören.

Vom Wissen ins Tun kommen.

So will ich dir an dieser Stelle Mut machen. Du brauchst keinen perfekten Plan. Nur den ersten Schritt. Auch ein verwilderter Beziehungs-Garten kann zu neuem Leben erwachen und schön werden, wenn man mal weiß: 

  • WIE wollen wir das denn haben – unsere Partnerschaft?
  • WAS finden wir schön miteinander und aneinander?
  • WAS bin ich bereit, dieses Jahr zum Gelingen dieser Verbindung beizutragen?

Und dann geh, und setzte um. Die großen Vorhaben – und besonders die klitzekleine, die jeden Tag Platz haben. Weil sie nix kosten und kaum Zeit verlangen. Vielleicht bemerkst du die Veränderung nicht gleich beim ersten Mal. Doch verlasse dich drauf: wie in einem Garten wird sich Wachstum und Entwicklung zeigen. Es wird sich verändern – weil du etwas anders machst. Und wenn dein Gegenüber auch motiviert ist, habt ihr doppelte Schubkraft. 

Dann steht einem geglückten Jahr in beziehungstechnischer Hinsicht praktisch nix mehr im Wege. Schon gar nicht die nicht gefassten Neujahrsvorsätze.


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Allein ist es oft sehr viel mühsamer, die angestrebten Veränderungen in die Umsetzung zu bringen, Missverständnisse und alte Konflitke säumen den Weg und ihr wünscht euch dringend neuen Input?

Lass uns darüber plaudern, wie eine individuelle Begleitung eurer Paarbeziehung aussehen kann, was das kostet, was ihr erreichen wollt und was ich dazu beitragen kann. Du hast nix zu verlieren – außer …

Kerstin Bamminger

Hallo, ich bin Kerstin Bamminger und ich unterstütze Menschen dabei, lebendige Beziehungen zu gestalten. Tiefgründig, bedeutungsvoll und auf Augenhöhe. Hol dir hier am Blog gern Tipps und Tricks, wie das gelingen kann und lass mir gern einen Kommentar da, wenn dir etwas gefallen hat! Viel Freude beim Lesen!

28. Januar 2026

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