MEINE 3 G … für eine gute Zukunft

21. Mai 2021

Spürst du es auch? Dieses Aufatmen? Die Freude darüber, dass nun wieder aufgesperrt wird und wir ein Stück des “alten Lebens” zurück bekommen? Warum ich trotz der Erleichterung so meine Bedenken hab und welche Werte und Eigenschaften ich statt der drei ominösen “Gs” wirklich möchte, darum geht’s in diesem Beitrag.

GESUND, GLÜCKLICH & GENERALVERDÄCHTIG

Es ist momentan fast unmöglich, nicht auf die neue “3G” Regel aufmerksam gemacht zu werden. Da brauch ich nicht mal einen Radio oder Fernseher aufdrehen oder eine Zeitung lesen. Ganz gleich ob Vereine, Gaststätten oder sonstiges Freizeitprogramm: teilnehmen darf nur, wer eins der drei berühmten “G”s erfüllt – alle anderen sind zwar vielleicht gesund und glücklich aber generalverdächtig.

ALLES FÜR EIN BISSCHEN FREIHEIT

Es stimmt mich bedenklich, dass wir gesellschaftlich in einer Situation angekommen sind, in der ich als Mensch grundsätzlich als gefährlich eingestuft werde, als potentiell krankmachend und als Gesundheitsrisiko. Wenn und so lang ich nicht das Gegenteil beweisen kann. Für den zwischenmenschlichen Umgang ist das – meiner Meinung nach – eine Katastrophe. Nur freuen wir uns gerade so sehr über die “wiedergegebene” Freiheit, dass viele von uns fast alles tun würden, um diese auch genießen zu können. Und gar nicht so wenige tun das auch tatsächlich, obwohl sie die eine oder andere Bestimmung fragwürdig und oder bescheuert finden. So mürbe sind wir von den vergangenen Monaten und den Umständen geworden.

GLIMPFLICH, GEWALTSAM, GEFÄHRLICH?

Ich bin ja keine Juristin, aber gestehen wir nicht gewisse Rechte sogar Straftätern, Verbrechern und Mördern zu? Lautet ein juristischer Grundsatz nicht: “in dubio pro reo” – im Zweifel für den Angeklagten? In Gesundheitsfragen heißt es neuerdings scheinbar: im Zweifelsfall bist du krank, außer du beweist das Gegenteil. Ich muss sagen, dass das schon sehr seltsam klingt, wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt. Wie wird sich das auf unser Zusammenleben auswirken, wie wird das unsere menschlichen Beziehungen beeinflussen, wenn wir unreflektiert auf diesem Weg weiter gehen? Glimpflich? Gewaltsam? Gefährlich?

RECHTE UND PFLICHTEN MIT SINN

Bisher war mein Verständnis von erwachsener Verantwortung recht eindeutig. Ich habe als Mensch in diesem Land gewisse Pflichten. Für ein gelingendes Miteinander halte ich mich an Regeln und Gesetze und auch wenn ich nicht immer im Detail weiß, was geltendes Recht ist, kommt mir das meiste sinnvoll vor. Zu schnell fahren ist gefährlich. Einen Einkauf nicht zu bezahlen wäre Diebstahl. Menschen aufgrund von Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder Ähnlichem auszugrenzen, wäre unfair und diskriminierend. 

GLEICHER, GLÄSERN, GESETZLICH

Mit der Sinnhaftigkeit der Pandemiebestimmungen hab ich in letzter Zeit so meine Probleme, wenn ich ehrlich bin. Vielleicht reicht mein Horizont nicht aus. Möglicherweise sind die Macher der neuen Gesetze einfach klüger und haben Wissen und Daten, die mir fehlen. Doch so ganz kapier ich wohl nie, warum negativ getestete Schauspieler oder Fußballprofis ohne Maske arbeiten dürfen und meine Kinder den ganzen Schultag vermummt sind und zu wenig Luft bekommen dürfen (um nur ein Beispiel zu nennen). Dass Einige anscheinend gleicher sind als gleich, ist zwar nicht neu – doch zur Zeit gibt es eine besonders eindrucksvolle Demonstration zu erleben. Ich mache mir Sorgen, wie sich solch ungerechte Behandlungen und die Zusammenführung sensibelster Daten auf uns Menschen und unser Leben auswirken. 

  • Können wir uns einander weiter oder wieder unbeschwert begegnen?
  • Können wir uns gegenseitig die Freiheit geben, individuelle Entscheidungen über unseren Körper zu treffen?
  • Können wir respektieren, wenn jemand andere Wege geht, die für uns unsinnig erscheinen?
  • Können wir zurückfinden zur Leichtigkeit und dem Vertrauen ins Leben?
  • Können wir dabei gleichzeitig achtsam mit den Ängsten anderer bleiben?
  • Können wir sicher sein, dass Gesetze absolut verantwortungsvoll und zu unserem Wohl gemacht werden?

CHEMIE, WATTESTÄBCHEN & SONDERMÜLL

Eins ist sicher: wir werden miteinander auskommen müssen. Weil wir einerseits soziale Wesen sind und dazugehören wollen und andererseits nur gemeinsam wachsen und die Herausforderungen der Zukunft stemmen können. Wenn wir langfristig gesund bleiben wollen (und nicht nur Corona-negativ) dann braucht es mehr als ein bisserl Chemie, Wattestäbchen und eine Zettelwirtschaft, in sehr viel Sondermüll verpackt. Denn Gesundheit ist immer noch und war immer schon mehr, als das Fehlen von (einer bestimmten) Krankheit.

3Gs, DIE ICH MIR WÜNSCHE

So wünsche ich mir und dir und jedem Menschen dieser Welt die Freiheit, den eigenen Körper als geschützten Raum zur Verfügung zu haben. Ganz ohne Einschränkungen und Auswirkungen für das gemeinschaftliche Leben. Ich wünsche mir die Achtung der körperlichen Integrität und Unversehrtheit zu jeder Zeit auf diesem Planeten. Und ich wünsche mir, dass wir uns folgende drei G’s dick auf unsere gesellschaftlichen Fahnen heften: gleichwürdig, gemeinschaftlich und großherzig.

Welche 3 positiven “Gs” wünscht du dir für unsere Gesellschaft und zwischenmenschliche Beziehungen? Tipp: man kann “Adjektive mit g” googeln 😉 … such dir was schönes aus!

Kerstin Bamminger

Hallo, ich bin Kerstin Bamminger und ich unterstütze Menschen dabei, lebendige Beziehungen zu gestalten. Tiefgründig, bedeutungsvoll und auf Augenhöhe. Hol dir hier am Blog gern Tipps und Tricks, wie das gelingen kann und lass mir gern einen Kommentar da, wenn dir etwas gefallen hat! Viel Freude beim Lesen!

21. Mai 2021

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6 Kommentare

  1. Oh wie war, da spricht du mir aus der Seele…
    Finde ich auch sehr mutig von dir deine Meinung zu teilen, leider traut sich das auch nicht jedeR.
    Also meine 3 Gs wären: glücklich, genügsam, Giraffe (warum? Steht für Humor, nur der fängt halt nicht mit G an :-D)

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    • Danke für deine “3G”, Rebecca! Giraffe steht außerdem in der Gewaltfreien Kommunikation für die friedliche Sprache – das passt also doppelt!

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      • Das hast du ganz wunderbar zusammengefasst! Genau so geht’s mir auch… nur die Erleichterung fehlt mir eigentlich – angesichts der ganzen, absolut unverständlichen Maßnahmen kommt da eher immer mehr Beklemmung hoch.

        Antworten
        • Beklemmungsgefühle bekomm ich auch. Ich hab mich aber diese Woche tatsächlich schon gefreut, weil ich mich für zwei Fortbilungen in Präsenz anmelden konnte und mich darauf freue – wie ein Schnitzel. Und ich bin bei dir: viele der Maßnahmen sind absolut fragwürdig! Schön, zu wissen, dass ich nicht allein etwas skeptisch bin!

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  2. Ich bin glücklich, dass ich geimpft bin, und damit aktiv meinen kleinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet habe!!
    Dass wir jetzt wieder gewisse Freiheiten haben, ist ja darauf zurückzuführen, dass viele Menschen geimpft sind und vor allem die Hygienemaßnahmen eingehalten haben.

    Antworten
    • Ich freu mich, wenn du glücklich bist, liebe Christa! Ich bin glücklich, diese Entscheidung frei treffen zu können, bis jetzt. Da haben wir, denk ich, unterschiedliche Meinungen, was für mich total akzeptabel ist. Das mit den Freiheiten sehe ich noch sehr vorsichtig. Ich glaub’s erst im Herbst oder nächstes Jahr, wenn unsere drei Kinder ein Schuljahr ohne Maske und Distanzunterricht erleben durften, Menschen uneingeschränkt ihrem Sport nachgehen durften und “offen bleibt”. Bis dahin stärken wir unsere Gesundheit, unseren Körper, Geist und Seele. Viele lg ins grüne Herz Österreichs!

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